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Ferienregion Rheinhessen -
das Land der 1000 Hügel

Alte, oft an Hänge geschmiegte Dörfer, die sanft geschwungenen, rebbestockten Hügel und der weite Blick zum Horizont prägen sich ebenso ein, wie das kraftvolle Ergrünen der Vegetation im Frühjahr, die hitzeflirrende Luft in der Sommersonne oder das bunte Weinlaub des Herbstes.

Die Region trägt den Titel "größtes deutsches Weinanbaugebiet".

Wer Rheinhessen besucht, kommt am Wein nicht vorbei. Zahlreiche Weinberge prägen die offene hügelige Gegend. Rheinhessen ist keine klassische Feriengegend. Die Region braucht aber den Vergleich mit bekannten Reiseregionen aber nicht zu scheuen. Es gibt viel zu entdecken!

Lage

Rheinhessen liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz und ist weitgehend eine Teillandschaft der Oberrheinischen Tiefebene. Diese setzt sich unter anderem in den Regionen fort: im Norden dem Rheingau in Hessen, dem Rhein-Main-Gebiet, der Vorderpfalz im Süden, und dem Hessisches Ried östlich dem Rhein.

Die „Berge“ werden in Rheinhessen übrigens als "Hiwwel“ bezeichnet - was Hügel bedeutet.

Bei der Einmündung der Nahe in Bingen beginnt das Mittelrheintal und der Hunsrück. Am westlichen Rand ist der Übergang zum Hunsrück und zum Pfälzer Bergland.

Karte Rheinhessen
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 shutterstock.com - Shots i took - Rheinhessen

Klima

Durch seine geschützte Lage im Lee von Hunsrück, Taunus, Odenwald und Nordpfälzer Bergland gehört Rheinhessen zu den wärmsten und trockensten Gebieten Deutschlands, was den Wein- und Obstanbau begünstigt.

Rheinhessen ist – u. a. wegen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung – das mit ungefähr 5 % seiner Fläche am geringsten bewaldete Gebiet in Deutschland.

Starke Regenfälle sind die Ausnahme und treten meist nur im Sommer auf, in der Regel in Verbindung mit Gewittern.

Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt in Rheinhessen etwa 1600 Stunden, die Vegetationszeit etwa 240 Tage.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 10,5 °C und damit auch über dem Durchschnitt von Deutschland.

Geschichte

Rheinhessen ist seit der Römerzeit eine Kulturlandschaft am Rhein.

Im Mittelalter gehörten die Bistümer Mainz und Worms zum Kernland der Salier- und Stauferkaiser.

Das fruchtbare Königsland im Rheinbogen wurde so zu einem bedeutenden Zentrum europäischer Geschichte. Unter Napoleon kam die Region zu Frankreich. Diese Zugehörigkeit zu Frankreich prägte die politische und kulturelle Identität.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Rheinhessen durch die Grenze zwischen französischer und amerikanischer Besatzungszone von Hessen abgetrennt und kam 1946 als Regierungsbezirk zu Rheinland-Pfalz.

Der Begriff Region Rheinhessen blieb aber erhalten.

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shutterstock.com - Tobias Arhelger - Dom in Worms

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shutterstock.com - LaMiaFotografia - Panorama über Bingen

Kultur

Etliche kulturelle Prägungen erfuhr Rheinhessen während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen.
Dies erkennt man an der Gestaltung von Amtsgebäuden, Kirchen und Bahnhöfe. Die Benennung der Straßen erfolgte nach hessischen Persönlichkeiten wie Großherzog Ernst Ludwig oder Wilhelm Leuschner.

Auch an der ungewöhnlichen Schreibung von Ortsnamen-Präfixen mit Bindestrich z.B. Gau-Algesheim oder Nieder-Wiesen sind großherzogliche Einflüsse noch ablesbar, welche Rheinhessen vom übrigen Rheinland-Pfalz unterscheiden. Im Vergleich zu benachbarten Tourismusregionen wie dem Mittelrheintal, der Pfalz oder dem Taunus sind spektakuläre Sehenswürdigkeiten in Rheinhessen eher rar gesät und finden sich am ehesten in den größeren Städten wie Mainz, Worms und Bingen.

Auch geschlossene historische Ortskerne sind hier eher selten anzutreffen. Auf den zweiten Blick erschließen sich jedoch in fast jedem Ort historische "Kleinode", die lohnende Ausflugsziele darstellen. So zum Beispiel am Bingener Kulturufer. Die Binger Gärten, der alte Kran aus dem Mittelalter, herrliche Blumenbeete, interessante Skulpturen, die Vinothek, das Lotsenmuseum, der Hildegarten, das Museum am Strom und der Mäuseturm - hier trifft Historie auf Kunst und Wein inmitten einer wunderschönen Parklandschaft.

Und von hier starten die weißen Ausflugsschiffe in das Unesco Welterbe Oberes Mittelrheintal.
Insbesondere einige regionale Besonderheiten wie die Trulli, die "Kuhkapellen" oder die "Heidentürme" verleihen der Kulturlandschaft Rheinhessen ihren speziellen Charakter.

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shutterstock.com - nnattalli - Radfahren in Rheinhessen

Radeln

Eines ist sicher, eine Luftpumpe ist hier wichtiger als eine Regenjacke.

Denn nirgendwo sonst in Deutschland scheint die Sonne mehr als in Rheinhessen. Von den Hügeln und Höhen gegen das Eindringen kalter Winde geschützt, finden Sie hier die besten Voraussetzungen für beschwingte Radtouren entlang der Rheinterrassen oder kreuz und quer durch die Weinberge.

Wandern

Rheinhessen wird auch als Land der tausend Hügel bezeichnet.
Die Lage, die Natur und das Klima machen Rheinhessen attraktiv für den Wander- und Fahrradtourismus. Rheinhessen ist keine "klassische" Wanderdestination, da größere Waldgebiete fehlen.

Man wandert aber auf abwechslungsreichen Wegen durch Rheinhessens schönste Landschaften immer nah am Wein und vielfältigen Genuss- und Einkehrmöglichkeiten. Mehr als 290 km an erstklassig beschilderten Wanderwegen warten darauf entdeckt zu werden. Ob naturnah und anspruchsvoll auf den „Hiwwel“ Touren, gemütlich von Weinort zu Weinort auf dem RheinTerrassenWeg oder echt rheinhessisch auf einem der Themenwanderwege.

In Rheinhessen ist für jeden Geschmack etwas dabei! Das große Plus der rheinhessischen Landschaft liegt hingegen in den zahllosen Panoramawegen, die besonders im Herbst, wenn sich die Blätter der Weinreben bunt färben, durch die teils endlos wirkende Weite ein beeindruckendes Landschaftserlebnis bieten.

Von manchen Standpunkten lassen sich gleichzeitig bis zu vier benachbarte Mittelgebirge erkennen (Taunus, Hunsrück, Odenwald, Pfalz). Aufgrund der meist geringen Steigung und der Wegebeschaffenheit eignen sich viele Strecken auch gut zum Nordic Walking.

Küche

Jede Region hat im Laufe der Zeit, je nach Geographie, Klima, Böden, Jahreszeit und Wohlstand eine bestimmte Kochkunst hervorgebracht.

Auch Rheinhessen hat als Weinland reichlich Spezialitäten zu bieten. Es gibt viele preiswerte Straußwirtschaften und Gutschänken wo man nach einer Wanderung oder Fahrradtour einkehrt und eine Weinschorle oder einen Winzerwein trinkt und seinen Magen stärkt. Die Straußwirtschaften dürfen nur 4 Monate im Jahr geöffnet haben und einfache Gerichte anbieten, die aber liebevoll und schmackhaft zubereitet werden. Typische Vorspeisen der Region sind Spundekäs mit kleinen Bretzeln, der schon alleine satt macht oder Handkäs mit Musik. Danach bestellt man etwas herzhaftes wie Winzerknorze oder Winzersteak mit Bratkartoffeln oder im Mai und Juni ein Spargelgericht, frisch vom Acker nebenan. Achtung, die Winzer sind sehr knauserig mit Wasser, weil sie es einkaufen müssen, also wird die Schorle nur mit Wasser angereichert. Lassen Sie sich von der kreativen Küche rund um den Wein beeindrucken!

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shutterstock.com - MLIN - Wandern in Rheinhessen
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Wein & Architektur

Weltweit sorgt das Thema Weinarchitektur mit spektakulären Neubauten für Gesprächsstoff. Es muss aber nicht immer die herausragende Architektur auf der grünen Wiese sein, die die Besucher ins Staunen versetzt.

Manchmal sind es nur überraschende Blicke oder Einblicke, beim Gang durchs Hoftor, beim Eintreten in die Vinothek, beim Blick in den Barriquefasskeller, die den Besuch im Weingut so reizvoll machen. Die Kombination von alt und neu in bestehenden Strukturen schafft für den Besucher spannende Eindrücke.

Es ist dabei manchmal erstaunlich, welche Ideen die Winzer aus Rheinhessen in der Umnutzung leerstehender Gebäude in den alten Dorfkernen entwickeln. Aber gerade die alten Gebäude mit ihrem eigenen Charme bieten eine besondere Atmosphäre für Veranstaltungsräume oder zur Einrichtung von Vinotheken. Sie sind oft auch ein Stück gelebte Dorfkultur und sorgen mit ihrer neuen Nutzung dafür, dass die Orte nicht aussterben.