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shutterstock.com - Drozdowski - Schloss Glimborn

Das Bergische Land ist auch der Wasserspeicher für Millionen: Viele Flüsse, kleine Bäche und über zwanzig Talsperren sichern die Trinkwasserversorgung im Rheinland zwischen Köln und Duisburg.

Das Wasser Kraft bedeutet, hat man hier schnell zu nutzen gewusst. Hier begann die Industrialisierung in Europa. In den Tälern begann man früh mit der Metallverarbeitung: Aus dem Holz der waldreichen Region erzeugten Köhler Holzkohle für die Schmiedefeuer, die Strömung der zahlreichen Bäche trieb Wasserräder an und das nahe Siegerland lieferte Eisen als Rohstoff.

Beinamen wie Klingenstadt (Solingen), Werkzeugstadt (Remscheid), Papierstadt (Bergisch Gladbach) oder Textilstadt (Radevormwald) zeugen von dieser erfolgreichen Epoche. Ob Sie nun einen Kurzurlaub oder einen längeren Aufenthalt planen, ob Sie mit der Familie oder alleine verreisen wollen, ob Sie Aktivurlaub suchen oder Genuss und Erholung.

Freuen Sie sich auf eine abwechslungsreiche Region!

Bergisches Land

für den kleinen Urlaub zwischendurch

Sanft geschwungene Hügel, Wiesen, Wälder und abgelegene Täler mit rauschenden Bächen, Talsperren und kleine Dörfer mit idyllischen Gassen und Fachwerkhäusern sind charakteristisch für das Bergische Land und versprühen noch echten bergischen Charme.

Harmonisch fügen sich die typischen Schiefer- und Fachwerkhäuser mit den typischen grünen Fensterläden in das Landschaftsbild ein. Anders als zu vermuten, verdankt das Bergische Land seinen Namen nicht der hügeligen Landschaft, sondern den Grafen von Berg, die als Adelsgeschlecht ihre Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert erlebten.

Die Macht der Grafen ist noch heute an ihrem Stammsitz, dem Schloss Burg bei Solingen, eindrucksvoll abzulesen. Die Mittelgebirgslandschaft bietet keine unbezwingbar steilen Felsen und schroffen Abgründe beim Wandern, es steigt vielmehr sanft gewellt von 60 Metern im Westen bis auf 500 Meter im Osten, an der Grenze zum Sauerland.

Das Bergische Land in Nordrhein-Westfalen überzeugt mit städtischem Flair, romantischer Dorfidylle und der malerischen Landschaft. Die Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid bilden zusammen das sogenannte Bergische Städtedreieck. Kultur und Geschichte in einer Großstadt oder Entspannung auf dem Land, das Bergische Städtedreieck hat vieles zu bieten, von der Müngstener Brücke, die mit 107 Metern höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, über Wuppertal mit seinem Zoo und der weltweit einmaligen Schwebebahn, dem Naturpark Bergisches Land, bis hin zu den zahlreichen Zeugnissen der frühen industriekulturellen Vergangenheit.

Industriekultur und ruhige Landschaft liegen hier sehr nah beieinander. Zahlreiche heimat- und industriegeschichtliche Museen, Schlösser, Burgen und Kirchen lassen die Geschichte und Kultur der Region wieder lebendig werden. In dieser bunten Vielfalt ist für jeden Geschmack etwas dabei.


Lage

Das Bergische Land bildet den südöstlichen Teil der Region Nordrhein-Westfalen und ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Die Hügel erheben sich etwa 200 bis 300 Meter hoch über der Rheinebene, die höchste Erhebung liegt mit 519 Metern auf der Homert bei Gummersbach.

Im Westen begrenzt vom Rhein, im Süden von der Sieg, im Norden von der Ruhr und im Osten vom (märkischen) Sauerland, erreicht es eine Größe, die mit der des Saarlandes vergleichbar ist.

Karte Bergisches Land
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Wandern

Das Bergische Land, auch Wanderland genannt, lockt die Wanderer mit abwechslungsreichen Wegen. Wälder, Wiesen, Talsperren, rauschende Bäche und kleine Dörfer machen die Wege so interessant und abwechslungsreich.

Der Bergische Panoramasteig führt als Rundkurs durch die Region. Auch die übrigen, gut ausgeschilderten, Wanderwege (insgesamt ca. 3.000 Kilometer), die auch zum Nordic Walking wunderbar geeignet sind, bringen dem Urlauber mit Museen, Schlösser, Burgen und Kirchen die Geschichte und die Kultur dieser Region nahe.

Genießen sie die Vielfalt der wunderbaren Wanderregion Bergisches Land.

Radfahren

Aber nicht nur Wanderer, auch Radfahrer können das Bergische Land entdecken – und das sogar erstaunlich bequem, ohne große Anstiege.

Möglich machen das zu Radwegen umgebauten ehemaligen Bahntrassen- Routen wie der Bergische Panorama-Radweg oder die Balkantrasse. Talsperren, typisch für diese Region, lernen Urlauber auf der Wasserquintett-Tour kennen. Hier können Radler fünf Talsperren ansteuern, die typisch für das Bergische Land sind – immerhin ist es die talsperrenreichste Region Europas. In den Flusstälern bieten kilometerlange ebene Wegstrecken ideale Bedingungen für Inline-Skating und Radfahren.

Das Bergische Land ist ein lange unterschätztes Mountainbike Revier, dabei bietet es alles, was sich die Trail-Freunde wünschen. Schmale, teils wurzelige Trails laden Bikekünstler ein, ihre Fahrtechnik direkt am Wasser zu beweisen, während Geschwindigkeitsliebhaber auf den langen Trailabschnitten voll auf ihre Kosten kommen. Das Bergisches Land begeistert als Spielplatz für Mountainbiker in atemberaubender Natur und der Gewissheit, dass es nie langweilig wird.

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Wassersport

Zum Staudämme bauen, Wasserräder installieren, plantschen, schwimmen, segeln, Kanu fahren, tauchen und angeln geben zahlreiche Talsperren, Flüsse, Bäche und Schwimmbäder reichlich Gelegenheit.

Sportlich und entspannt kann eine Bootswanderung sein. Im Kajak oder Kanu erschließt sich ein ganz anderer Blick auf die Landschaft.

Und was gibt es im Sommer schöneres, als am Wasser frische Luft zu tanken.

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Bergische Kaffeetafel

Wer typisch bergisches Essen probieren möchte, kommt an der Bergischen Kaffeetafel nicht vorbei. Sie wird in zahlreichen Cafés und Restaurants in der Region angeboten. Stilecht gibt es Kaffee aus der Dröppelminna.

Das ist eine bauchige Kaffeekanne, traditionell aus Metall, die auf drei Füßen steht, zwei Griffe zum Anpacken hat und einen winzigen Zapfhahn, aus dem der Kaffee fließt. Dazu gibt es Schwarz- und Graubrot, herzhaftes wie Schinken und Käse, süße Brotaufstriche wie Rübenkraut und nicht zu vergessen die Bergischen Waffeln mit heißen Kirschen, Sahne und Milchreis mit Zimt und Zucker.

Die Bergische Kaffeetafel ist reichhaltig und man sollte Zeit und Hunger mitbringen.

Zum Abschluss gibt es einen kräftigen Bergischen Korn oder Obstler als Verdauungshilfe.

Sehenswertes

Bunte Kirchen

Auf den ersten Blick sieht eine Bunte Kirche (Bonte Kerke) wie eine gewöhnliche Dorfkirche aus. Ihre Besonderheit bemerkt man erst, wenn man durch die schwere Eingangstür ins Innere vordringt.

An Decken und Wänden befinden sich teils unglaublich detaillierte biblische Malereien. Entstanden sind die fünf Bunten Kirchen zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert. Zu dieser Zeit konnten die Menschen in ländlichen Regionen weder lesen noch schreiben, geschweige denn der meist lateinischen Messe folgen. Aus diesem Grund haben die Geistlichen die Kirchenwände und -decken mit biblischen Motiven bemalt, wodurch die Menschen biblische Inhalte bildlich verstehen konnten.

In der bekanntesten „Bonte Kerke“ in Gummersbach-Lieberhausen findet man beispielsweise Szenen der „zehn Gebote“. In den weiteren vier Bunten Kirchen sind u.a. die Passion Christi, die Krönung Marias oder das Jüngste Gericht in beeindruckender Bildsprache festgehalten. Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert wurden die Wandmalereien nach und nach mit weißer Farbe überstrichen und gingen verloren. Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie wiederentdeckt und aufwändig freigelegt. Heute kann man die restaurierten Malereien längst vergangener Tage in den fünf Bunten Kirchen im Oberbergischen Kreis wieder bestaunen.

shutterstock.com - Dr. Norbert Lange - Altenberger Dom
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Altenberger Dom

Inmitten von Wäldern und Wiesen gelegen, ragt der Altenberger Dom unvermittelt aus dem Tal der Dhünn (Nebenfluss der Wupper) auf.

Solch abgeschiedene Flusstäler gehörten zu den bevorzugten Bauplätzen der Zisterziensermönche, die 1133 aus Frankreich nach Altenberg kamen, um hier ein neues Kloster zu gründen.

Der Altenberger Dom ist eine der schönsten gotischen Kirchen Deutschlands.

Wer den Dom und seine Geschichte unter "professioneller" Anleitung entdecken möchte, sollte sich einer Führung anschließen. Altenberg hat sich in der jüngeren Vergangenheit auch als ein Zentrum für geistliche Musik etabliert. Über hundert Konzerte finden jedes Jahr im Dom statt. Diese lohnen ebenfalls einen Besuch.


Neandertal Museum

Im Neandertal in der Nähe von Mettmann, wo vor 160 Jahren der Neandertaler gefunden wurde, steht heute eines der modernsten Museen Europas.

Es erzählt die Geschichte der Menschheit von den Anfängen in den afrikanischen Savannen vor mehr als vier Millionen Jahren bis in die Gegenwart. Regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen widmen sich den unterschiedlichsten Themen.

In der Steinzeitwerkstatt werden Mitmachaktionen und Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten und einmal im Jahr findet ein großes Museumsfest statt. Vom Museum führt ein Weg zur weltberühmten Fundstelle des Neandertalers.

Entlang des Weges bieten Informationsstationen mit Audiosystem einen Überblick über die Natur-, Kultur- und Industriegeschichte des Tales.

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